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Dekupiersäge

Dekupiersäge

Laubsägearbeiten sind für viele Menschen der Einstieg in das heimwerkerische Schaffen. Viele Eltern bringen damit ihren Kindern die Beschäftigung mit dem natürlichen Werkstoff Holz näher. Sie fertigen anfänglich aus Sperrholz Puzzleteile oder kleine Dekorationsgegenstände. Für manche Heimwerker beginnt die Laubsägearbeit manchmal aber auch erst viel später. Sie wird erst erforderlich, wenn sie bei einer neuen Arbeit feinste Kurven und andere Konturen in ihr Werkstück schneiden müssen, für die sogar das Blatt einer Stichsäge zu breit ist. Haben auch Sie bereits eine dieser Erfahrungen gemacht?
Der Umgang mit einer Handlaubsäge erfordert etwas Übung. Ungeduld führt schnell zum Bruch des Sägeblattes. Sie belastet außerdem den führenden Arm bis zum Schultergelenk und bei schlechter Sitzposition auch den Rücken. Deshalb kam ein heute unbekannter Erfinder auf die Idee, die Laubsäge zu mechanisieren. Er entwickelte eine Bügelsäge, die auf der Werkbank befestigt wurde und mit einem Handrad ausgerüstet war. Dieses Handrad übertrug die Bewegung mittels eines Riemenantriebes auf den Bügel der Säge, in den das Sägeblatt eingespannt war. Damit war das Grundprinzip der Dekupiersäge erfunden. Statt des Riemenantriebes arbeitet heute ein Elektromotor und der Antrieb ist durch ein Getriebe, Drehzahlregelungen und viele andere Innovationen immer weiter entwickelt worden.

Wie arbeitet eine moderne Dekupiersäge?

Die meisten der heute verwendeten Dekupiersägen haben als Unterbau einem Sägetisch, der auf der Werkbank platziert werden kann. Für den Heimwerkerbedarf sind diese Sägen völlig ausreichend. Sie sind äußerst standsicher, und weil die Sägearbeit ohnehin mit wenig seitlicher Schubkraft erfolgt, können sie auch kaum verrutschen. Handwerksbetriebe, die ständig mit einer Dekupiersäge arbeiten, nutzen jedoch vorzugsweise ein Standmodell, das auf dem Fußboden verschraubt worden ist.
Den beweglichen Teil bildet der Sägebügel, in den das Sägeblatt eingespannt worden ist. Bei herkömmlichen Dekupiersägen bewegt er sich mit einem Aufwärts-abwärts-Hub von 20 bis 40 Millimetern. Der Antrieb erfolgt durch einen Elektromotor, dessen elektrische Leistung je nach Modell zwischen 75 und 500 Watt angesiedelt ist. Die Kraftübertragung vom Motor zum Sägebügel übernimmt eine Riemenscheibe und/oder eine elektronische Drehzahlregelung. Diese Auswahl ist äußerst unterschiedlich und wirkt sich auch wesentlich auf den Anschaffungspreis der Säge aus.
Zur sicheren Auflage des Werkstückes ist die Dekupiersäge mit einem Sägetisch ausgestattet. Bei einfachen Modellen besteht er aus einer Stahlblechauflage. Günstiger und auf Dauer präziser ist ein plangefräster Sägetisch aus Aluminiumdruckguss. Er sollte gleichzeitig mit einem Winkelanschlag und möglichst auch mit einer vertikalen Verstellmöglichkeit ausgestattet sein.
Die Wirkungsweise der Dekupiersäge mit der flachen Auflage des Werkstückes führt dazu, dass die Sägespäne auch nach oben gefördert werden. Sie würden bei der Sägearbeit den Blick auf die angezeichnete Kontur verhindern. Deshalb sollte eine Dekupiersäge immer mit einer Ausblasvorrichtung ausgerüstet sein. Noch komfortabler ist eine Absaugvorrichtung. Zusätzlichen Komfort bietet eine integrierte Sägeblattbeleuchtung, die direkt auf das Werkstück gerichtet ist.

Die Vor- und Nachteile einer Dekupiersäge

Eingangs wurde bereits erwähnt, dass eine Dekupiersäge in der Lage ist, jede noch so enge Kurve oder sonstige Kontur im Werkstück nachzuverfolgen. Für diese Wendigkeit bei der Richtungsänderung sorgt das dünne Sägeblatt. Das Werkstück wird bei der Sägearbeit mit beiden Händen geführt und mit ein wenig Übung wird dabei eine größte Genauigkeit erzielt. Diese präzise Arbeit schränkt die erforderlichen Nacharbeiten am Werkstück wesentlich ein und deshalb ist die Arbeit mit einer solchen Säge äußerst effizient. Im Vergleich zur Laubsäge ist dies ein wichtiger Zeitfaktor. Aber auch die körperliche Belastung ist auf ein Mindestmaß begrenzt. Vor allem jedoch kann sich der Benutzer komplett auf das Werkstück konzentrieren und muss der Arbeitsweise seiner Maschine kaum Beachtung schenken.
Der wesentlichste Nachteil einer Dekupiersäge besteht in ihrem geringen Hub von circa 20 bis 40 Millimetern. Dabei wird die Länge des Sägeblattes nur teilweise ausgenutzt und wäre eigentlich unwirtschaftlich. Mittlerweile stellt die Industrie jedoch Dekupiersägen her, deren Arbeitstisch höhenverstellbar ist. Mit dieser Funktion können auch die Randbereiche des Sägeblattes genutzt werden.
Der geringe Hub ist aber auch ein Nachteil bei der Arbeit an dicken Werkstücken. Dabei können die Sägespäne nicht komplett aus dem Schnitt entfernt werden und sie behindern deshalb den präzisen Schnitt. Sie können dazu führen, dass das Blatt seitlich verrutscht und der Schnitt wird dadurch ungenau. Im Extremfall führt die Verbiegung des Sägeblattes zum Bruch.

Vergleich der beliebtesten Modelle

 
DetailsDetailsDetailsDetails
Name27088 DS 230/E28092 DSH DKS 530 VarioTH-SS 405 E
HerstellerProxxonProxxonHolzkraftEinhell
Gewicht2kg20kg14kg14kg
ArbeitstischAlu-GussStahl-GussGraugussAlu-Guss
Watt85W205W225W120W
Hubzahl150 - 2.500/min900 / 1.400/min500 - 1.550/min400 - 1.600/min
Ausladung400mm300mm440mm406mm
Sauganschluß
max. Neigung45°45°45°45°
Sägeblattlänge130mm130mm127mm127mm
Schnitttiefe40mm50mm53mm57mm
Strassenpreis99 EUR151 EUR347 EUR71 EUR

Welche Materialien werden mit einer Dekupiersäge bearbeitet?

Laubsaegearbeiten mit einer DekupiersägeIhre häufigste Verwendung finden Dekupiersägen bei der Herstellung von Bauteilen aus Sperrholz. Dazu gehören in unseren regionalen Gebieten vor allem die weihnachtlichen Schwibbögen, Pyramidenteile und sonstige Dekorationen aus Holz. Bis zu einer Materialdicke von circa 40 Millimetern erzielt die Dekupiersäge dabei einen präzisen Schnitt. Je härter das Holz ist, umso mehr verringert sich dabei die mögliche Dicke.
Eine solche Säge erzielt aber auch in Vollholz einen ausgezeichneten Schnitt. Auch hier gilt, dass Weichholz in größeren Dicken verwendet werden kann als Hartholz. Noch mehr als die Härte des Holzes können sich jedoch eingelagerte Äste auf die Schnittqualität auswirken. Diese Beeinträchtigung kann jedoch mit verringertem Vortrieb von Hand verhindert werden. Die Arbeit im Naturmaterial Holz ist deshalb auch immer eine Frage des Fingerspitzengefühls.
Das Sägeblatt einer Dekupiersäge bewältigt aber auch Kunststoffe und NE-Metalle. Ein typisches Beispiel dafür sind Platinen für den Elektronikbastler.

Welche Hersteller bieten Dekupiersägen an?

Bei den Dekupiersägen ist es nicht anders als bei allen sonstigen elektrischen Werkzeugmaschinen. Der Preis der Maschine sagt in gewissem Umfang auch etwas über die Qualität und die komfortablen Einstellmöglichkeiten aus. Besonders preiswerte Sägen müssen nicht unbedingt schlecht sein. Eine Dekupiersäge von Einhell beispielsweise erfüllt die Anforderungen des Gelegenheitshandwerkers voll und ganz. Er ist arbeitsfähig, und wenn er nur selten derartige Schnitte ausführen muss, ist keine höhere Investition erforderlich.
Je intensiver die Säge genutzt wird, umso mehr sollte bei der Anschaffung jedoch auf gehobene Funktionalität geachtet werden. Der Hersteller Proxxon beispielsweise führt in seinem Produktsortiment etliche verschiedene Dekupiersägen mit unterschiedlichen Parametern und Verwendungsmöglichkeiten.
Eine noch junge Besonderheit ist die Hartie. Ihr Erfinder ist Uwe Hartmann, dessen Spitzname seiner Firma im niedersächsischen Scheeßel ihren Namen gegeben hat. Hartie kehrt das Funktionsprinzip der herkömmlichen Dekupiersäge ins Gegenteil um. Bei seiner professionellen Standsäge liegt das Werkstück fest auf dem Sägetisch und das Sägeblatt dreht sich entsprechend der gewünschten Kontur.
Außer den genannten Herstellern gibt es noch weitere, die Dekupiersägen in ihrem Produktsortiment führen. So auch die Profimarke Hegner. Bei der Auswahl der individuell geeigneten Säge sollten Sie sich deshalb am plangefrästen Sägetisch, einstellbaren Führungsschienen, der Höhenverstellung und der Ausladung für große Werkstücke orientieren. Wichtig sind aber auch das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit, möglichst ein TÜV-Zertifikat sowie das VDE-Zeichen für geprüfte elektrische Sicherheit.

Zu jeder Dekupiersäge die passenden Sägeblätter

Das wohl am heißesten umstrittene Thema bezüglich der Dekupiersägen sind ihre Sägeblätter und die entsprechende Werkzeugaufnahme am Sägebügel. Universell sind Sägeblätter mit Stift. Das bedeutet, dass sie ähnlich zum Sägeblatt der Pucksäge an beiden Enden mit einem querstehenden Stift in den Sägebügel eingehangen werden. Diese Form der Befestigung ist die stabilste, denn das Sägeblatt kann sich während der Arbeit nicht lockern. Ihr Nachteil macht sich bei Schnitten bemerkbar, die mitten im Werkstück ausgeführt werden müssen. Dazu muss ein Loch gebohrt werden, durch welches das Werkstück auf das Sägeblatt aufgefädelt wird. Dieses Loch muss durch diese Querstifte entsprechend groß sein und kann beim Aussägen kleinster Öffnungen ein Nachteil sein.
Bei anderen Sägeblättern wird auf diese Querstifte verzichtet. Wenn Sie solche Sägeblätter verwenden, benötigen Sie die entsprechenden Adapter. Diese werden in den Sägebügel eingespannt und nehmen die Sägeblätter ohne Stift auf. Auf diese Weise eingespannt, können sich die Sägeblätter jedoch während der Arbeit lockern. Deshalb sollten Sie zumindest von Zeit zu Zeit deren festen Sitz nachkontrollieren.
Die Auswahl des geeigneten Sägeblattes richtet sich aber auch nach dem Material des Werkstückes. Etliche Hersteller bieten ihren Kunden Sägeblätter mit unterschiedlich feiner oder grober Zahnung. Ein weiteres Merkmal sind spezielle Sägeblätter für Kunststoff oder NE-Metalle.

Sicherheit bei der Arbeit ist wichtig

Dekupiersägen werden bezüglich der von ihnen ausgehenden Gefahr oft unterschätzt. Heimwerker, die nur selten mit der Säge umgehen, sind davon besonders betroffen. Sie vergleichen vorschnell den geringen Pendelhub und die geringe Hubgeschwindigkeit mit dem schnell rotierenden Sägeblatt der Kreissäge. Sie sind außerdem der Meinung, dass die Arbeit an kleinteiligen Werkstücken unbedenklich ist.

  • Im Gegenteil – besonders bei diesen feinen Konturschnitten sind die Finger oftmals nur wenig vom äußerst scharfen Sägeblatt entfernt. Nach Möglichkeit wird das Werkstück in einem solchen Fall mittels eines Holzes geführt. Jeder versierte Benutzer weiß jedoch, dass dies nicht immer durchführbar ist. Umso sicherer muss eine feste Steh- oder Sitzposition an der Säge sein.
  • Das Werkstück muss vollflächig auf dem Sägetisch aufliegen und darf niemals hohl in der Luft gehalten werden.
  • Tragen Sie bei der Sägearbeit eine Schutzbrille, denn ein gerissenes Sägeblatt kann Augenverletzungen verursachen. Das gleiche gilt für Holzspäne in faserigem Holz oder in Kunststoffen, die oft unkontrolliert wegspritzen.
  • Dekupiersägen sind in ihrer Mechanik und Kraftübertragung höchst komplex. Deshalb müssen sie regelmäßig gesäubert und gewartet werden. Bereits ein plötzlich auftretender, unpräziser Schnitt kann ein Hinweis dafür sein, dass sich der Sägebügel in seiner Halterung gelockert hat. In einem solchen Fall sollten Sie die Arbeit sofort unterbrechen. Die Beseitigung der Ursache hat Vorrang vor der schnellen Fertigstellung der Arbeit.
  • Vor Beginn der Arbeiten ist aber auch die Überprüfung des Sägeblattes von großer Wichtigkeit. Es muss fest gespannt sein und darf sich nur unwesentlich durchbiegen lassen. Vor allem aber sollten Sie die Sägerichtung überprüfen. Die Zahnung muss immer nach unten gerichtet sein, denn in entgegengesetzter Richtung würde das Werkstück unkontrolliert angehoben.
    Mit einer Dekupiersäge erleichtern Sie sich die Sägearbeiten und profitieren von exakt ausgeführten Schnitten.

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